Rahmenkonzept Schule-Wirtschaft/Arbeitsleben - Ein Programm des BMBF

Ziele der Initiative
Umsetzung der Ziele
Lenkungsausschuss
Antragsverfahren

Die Bundesregierung hat im Dezember 1998 in Gesprächen mit den Wirtschaftsverbänden und den Gewerkschaften ein Bündnis für Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit vorgeschlagen und dabei im Rahmen ihrer berufsbildungspolitischen Verantwortung eigene Maßnahmen zur Verbesserung der Ausbildungsplatzsituation angekündigt (vgl. auch Berufsbildungsbericht 1999, Teil 1, Kap. 3 "Sofortprogramm zum Abbau der Jugendarbeitslosigkeit - Ausbildung, Qualifizierung und Beschäftigung Jugendlicher" und "Bündnis für Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit"). Dazu sollen auch mittelfristig wirkende Maßnahmen wie die bessere Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler allgemeinbildender Schulen auf den Übergang in die Berufsausbildung gehören.

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Ziele der Initiative

Im Rahmen der Initiative sollen innovative Projekte gefördert werden, die die Jugendlichen ihren Erfahrungen entsprechend und praxisnah auf die Anforderungen der Berufs- und Arbeitswelt vorbereiten sowie in selbständiger Auseinandersetzung an ökonomisches Denken und Handeln heranführen. Damit wird auch die Berufswahlorientierung von Schulabgängern verbessert. Über die von den Ländern ergriffenen Maßnahmen hinaus sollen innovative Konzepte erprobt werden, die Schülerinnen und Schülern schulartspezifisch und unter Berücksichtigung des Alters, Entwicklungsstandes und geschlechtsspezifischer Unterschiede den Zugang zum Thema Wirtschaft/Arbeitsleben erleichtern. Insbesondere sollen solche innovativen Projekte gefördert werden, die

  • kontinuierliche, gemeinsame Maßnahmen von Schulen mit Partnern in Ausbildungsbetrieben, Wirtschaftsverbänden, Hochschulen und/oder Berufsschulen anstreben,
  • zukunftsträchtige Wirtschaftsbereiche mit hoher Innovationskraft einbeziehen, auch um auf diesem Wege die Bereitstellung von Ausbildungsplätzen zu fördern,
  • den Schülerinnen und Schülern alternative Ausbildungsmöglichkeiten und -wege auch in strukturschwachen Gebieten sichtbar machen,
  • benachteiligten Schülergruppen als besondere Hilfestellung dienen können, um deren Vermittlungschancen in Ausbildung zu erhöhen.

Von besonderem Interesse sind Projekte, die neue Medien für arbeitsweltbezogenes und selbstgesteuertes Lernen nutzen. Im Rahmen der inhaltlichen Schwerpunkte soll Selbständigkeit beim Wissenserwerb wie im ökonomischen Leben gefördert werden. Die Projekte sollten Maßnahmen einschließen, die es den Lehrern ermöglichen, ihre theoretischen und praktischen Kenntnisse über Wirtschaft und Arbeitsleben sowie innovative Arbeitsgestaltung so zu erweitern, dass sie den Schülerinnen und Schülern umfassende Hilfestellungen geben können.

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Umsetzung der Ziele - Gegenstand der Förderung

Im Mittelpunkt der geförderten Projekte soll die partnerschaftliche Zusammenarbeit von Schulen, Schulverwaltungen, Unternehmen, Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften stehen, an der in geeigneter Weise auch andere Bildungseinrichtungen (Hochschulen, Berufsschulen, außerbetriebliche Ausbildungsstätten, Weiterbildungsstätten) beteiligt werden sollen. Dabei sollen Verbünde/Kooperationen mit Aussicht auf Breitenwirkung bzw. längerfristigen Bestand nach Ende einer Bundesförderung entstehen oder neu aktiviert werden. Dazu können auch Methoden verlässlicher Verbindungen zwischen Schulen und Hochschulen, insbesondere für Gymnasien, entwickelt und erprobt werden. Die in den Projekten gewonnenen Erfahrungen sollen als praktische Hilfen/ Handlungsanweisungen für die Nachnutzung der erprobten Initiativen und organisierten Partnerschaften verfügbar sein. Eine Veröffentlichung in der BMBF-Reihe "Wirtschaft in die Schule" ist möglich.

Zu den Gegenständen konkreter Maßnahmen können gehören:

  • Beteiligung von betrieblichen Experten (Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite) am Unterricht bzw. an anderen Formen schulischen Lernens (z.B. Projekten) unter fachlich-inhaltlichem Aspekt sowie ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekten von Wirtschaft und Arbeitsleben,
  • Entwicklung und Erprobung von Materialien für den Unterricht und für Projekte, einschließlich ihrer multimedialen Nutzung per lnternet,
  • Projekte zur eigenständigen Erkundung des Wirtschafts- und Arbeitslebens,
  • Entwicklung und Erprobung neuer Ansätze, um die Vermittlungschancen benachteiligter Schülergruppen zu verbessern,
  • Kooperationen von Schulen, Betrieben und betrieblichen Ausbildern sowie Betriebspraktika in unterrichtsfreien Zeiten, die zur Lehrerfortbildung beitragen,
  • Ausfüllung der Rahmenvorgaben für Inhalte zu Wirtschaft und Arbeitsleben in den Lehrplänen der Länder bis zu schulbezogenen Curricula und exemplarische Realisierung interdisziplinären bzw. fächerübergreifenden Lernens,
  • Förderung eines kontinuierlichen Zusammenwirkens von Schule, regionaler Wirtschaft und Hochschule bei der Gestaltung der Übergänge in Berufsausbildung bzw. Studium,
  • Entwicklung von betreuten Schülerpraktika die die Kenntnisse der Schüler über die Arbeitswelt zielgerichtet verbessern und deren systematische Integration in den inhaltlichen und organisatorischen Ablauf schulischen Lernens ermöglichen,
  • Förderung von Eigeninitiative und Unternehmensgeist von Schülern durch Unterstützung von Schüler- und Juniorenfirmen, Unternehmens- und Kapitalmarktplanspielen,
  • Entwicklung und Erprobung von Schulprogrammen mit Schwerpunkt "Wirtschaft und Arbeitsleben".

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Lenkungsausschuss

Die Ziele des Programms Schule - Wirtschaft/Arbeitsleben sind nur in Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Länder, der Wirtschaft und der Gewerkschaften zu erreichen, Das BMBF richtet einen Lenkungsausschuss ein, der über Projektauswahl entscheiden soll und die Durchführung der Initiative begleitet. Dem Lenkungsausschuss gehören Vertreter des BMBF und der Länder an. Beratend gehören ihm Vertreter der Wirtschaft, der Gewerkschaften und der Bundesanstalt für Arbeit sowie der wissenschaftlichen Begleitung der Initiative an. Eine Vernetzung und der Erfahrungsaustausch aller Projekte im Rahmen des Programms, von Aktivitäten der Länder, Stiftungen und anderen Initiativen zum Themenbereich Kooperationen "Schule - Wirtschaft/Arbeitsleben" wird angestrebt.

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Antragsverfahren und Durchführung

Für die Betreuung sowie die wissenschaftliche Begleitung und die Auswertung des gesamten Programms wird das BMBF, zusätzlich zur eventuellen Begleitung einzelner Projekte, in Absprache mit dem Lenkungsausschuss ein gesondertes Projekt in Auftrag geben. Der Förderung der Projekte liegen die "Nebenbestimmungen des BMBF für Zuwendungen an Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft auf Kostenbasis" (Förderbestimmungen NKBF 98) bzw. die "Allgemeinen und Besonderen Nebenbestimmungen für Zuwendungen auf Ausgabenbasis"(im wesentlichen Förderbestimmungen ANBest-P bzw. ANBest-GK) zugrunde.

Antragsteller müssen ein überprüfbares, realisierbares Konzept im Sinne der Ziele dieser Initiative vorlegen. Projektideen sollen als detaillierte Förderanträge mit plausiblem Umsetzungskonzept (u.a. Festlegung der Federführung und Arbeitsteilung bei der Projektbearbeitung zwischen den beteiligten Partnern) eingereicht werden. Die Projektanträge sollen mindestens zu folgenden Punkten Aussagen enthalten:

  • Ziel des Projekts,
  • Beitrag des Projekts für die Gesamtzielstellung der Initiative,
  • Methodisches Vorgehen zur Erreichung der Projektziele (Arbeitsschritte),
  • Form der Zusammenarbeit der beteiligten Partner,
  • Vorstellungen zur regionalen Verstetigung der Projektidee und zur überregionalen Übertragung von Ergebnissen,
  • Projektleiter und beteiligte Partner,
  • Formen der Ergebnisauswertung und -veröffentlichung,
  • Zeit- und Kostenplan.

Beschlossen in der Besprechung mit den Ländern am 12.7.99 in der Geschäftstelle der BLK, Bonn

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